Der Wegfigurentest klingt auf den ersten Blick simpel: Ein Weg wird gezeigt, Du zählst Abbiegungen. In der Praxis ist WFG unter Zeitdruck aber deutlich anspruchsvoller als erwartet — besonders weil das mentale Verfolgen von Routen eine Fähigkeit ist, die viele Kandidat:innen im Alltag selten explizit trainieren. Wer das Format kennt und die richtigen Techniken anwendet, kann hier aber sehr gezielt Punkte holen.
Was ist der WFG-Test?
WFG steht für Wegfigurentest und ist eines der zehn Module des DLR-Zertifikats Cockpit. Es testet räumliche Orientierung und die Fähigkeit, einen Weg mental zu verfolgen und korrekt auszuwerten — unabhängig davon, wie der Weg auf dem Bildschirm orientiert ist.
Der Hintergrund ist naheliegend: Pilot:innen müssen Routen, Kursabweichungen und räumliche Positionen schnell und zuverlässig mental verarbeiten — ohne sich dabei von der Blattorientierung oder der Darstellungsform irritieren zu lassen. WFG testet genau diese Grundfähigkeit.
Format und Ablauf
So funktioniert ein WFG-Durchgang:
- Auf dem Bildschirm erscheint eine Linienzeichnung eines Weges — eine Art Draufsicht auf eine Route mit mehreren Richtungswechseln
- Du verfolgst den Weg gedanklich von Start bis Ende und zählst dabei Links- oder Rechtsabbiegungen getrennt
- Anschließend gibst Du die Anzahl der Linksabbiegungen oder die Anzahl der Rechtsabbiegungen ein
- Die Wege werden unter Zeitdruck präsentiert — es gibt keine unbegrenzte Betrachtungszeit
- Die Komplexität steigt im Verlauf: mehr Abbiegungen, komplexere Routenformen, teils ungewohnte Darstellungswinkel
Die entscheidende Schwierigkeit: Der Weg kann in jeder Orientierung auf dem Bildschirm erscheinen. Ein „Linksabbieger“ aus Vogelperspektive kann je nach Blickrichtung des gedachten Weges eine tatsächliche Rechtskurve sein — oder umgekehrt. Wer das nicht berücksichtigt, zählt systematisch falsch.
Was der Test wirklich misst
- Räumliche Orientierung: Die Fähigkeit, sich in eine Perspektive hineinzuversetzen und Richtungen relativ zur Fahrtrichtung — nicht zur Bildschirmdarstellung — zu beurteilen
- Mentale Transformation: Routen gedanklich „abfahren“, auch wenn sie auf dem Blatt verdreht oder gespiegelt wirken
- Konzentration und Genauigkeit unter Zeitdruck: Selbst bei kurzer Betrachtungszeit sauber zählen, ohne sich zu verzählen
WFG ist kein Test, der misst, ob Du gut orientiert bist im Sinne von „findet den Weg in einer fremden Stadt“. Es geht um die sehr spezifische kognitive Fähigkeit, eine zweidimensionale Darstellung mental zu traversieren und dabei die Perspektive korrekt einzunehmen.
Die häufigsten Fehler beim WFG
1. Abbiegungen aus der Bildschirmperspektive zählen
Das ist der klassische Anfängerfehler. Wer den Weg aus der Vogelperspektive betrachtet und einfach zählt, wo die Linie nach links oder rechts geht — ohne die Fahrtrichtung zu berücksichtigen — zählt bei vielen Abbiegungen falsch. Entscheidend ist immer die Frage: „Biege ich als fahrende Person hier links oder rechts ab?“ — nicht: „Geht die Linie auf dem Blatt nach links oder rechts?“
2. Sich verzählen bei komplexen Routen
Bei längeren Wegen mit vielen Abbiegungen verlieren Kandidat:innen häufig den Faden — besonders wenn mehrere Abbiegungen kurz hintereinander folgen. Ohne eine klare Zählstrategie passiert das fast unweigerlich unter Zeitdruck.
3. Zu viel Zeit pro Aufgabe investieren
WFG ist ein Geschwindigkeitstest. Wer bei jeder Aufgabe sehr sorgfältig und langsam vorgeht, verliert am Ende mehr Punkte durch ausgelassene Aufgaben als durch gelegentliche Fehler. Eine moderate Fehlertoleranz bei hohem Tempo ist besser als Perfektionismus bei niedrigem.
4. Keine feste Methode haben
Kandidat:innen, die von Aufgabe zu Aufgabe spontan entscheiden, wie sie den Weg verfolgen, sind langsamer und fehleranfälliger. Eine internalisierte, konsistente Methode — z. B. immer mit dem Finger die Route nachfahren oder immer eine gedachte Figur den Weg entlanglaufen lassen — ist deutlich effizienter.
Konkrete Trainingstipps für WFG
Tipp 1: Die Perspektive klar machen
Bevor Du anfängst zu zählen, lege fest: Wo ist der Start, und in welche Richtung geht die Figur los? Dann verfolgst Du den Weg konsequent aus dieser Perspektive — nicht aus der Vogelperspektive des Bildes. Das klingt selbstverständlich, wird aber unter Zeitdruck oft vergessen.
Tipp 2: Eine Zählmethode wählen und automatisieren
Viele Kandidat:innen bewähren sich mit einer simplen Methode: Linke Hand zählt Links-Abbiegungen, rechte Hand zählt Rechts-Abbiegungen — jeweils mit Fingern. Das entlastet das Arbeitsgedächtnis, weil Du nicht gleichzeitig zählen und die Route verfolgen musst. Alternativ funktioniert stilles Mitzählen mit zwei getrennten Zählern gut.
Tipp 3: Tempo aufbauen, nicht nur Genauigkeit
Beginne das Training langsam und sorgfältig — aber erhöhe das Tempo aktiv, sobald die Methode sitzt. WFG ist ein Modul, bei dem die Zeitkomponente entscheidend ist. Wer nur auf Korrektheit trainiert, ist am Testtag zu langsam.
Tipp 4: Alltagstraining einbauen
WFG lässt sich gut im Alltag trainieren: Beim Spazierengehen oder Autofahren bewusst zählen, wie viele Abbiegungen links und rechts kommen. Das klingt banal, schärft aber genau die mentale Fähigkeit, die WFG testet — ohne zusätzliche Bildschirmzeit.
Wie Du WFG in Deine Vorbereitung integrierst
WFG ist eines der Module, das mit klarer Methodik und regelmäßigem Training gut beherrschbar ist. Empfohlene Struktur:
- Wochen 1–2: Methode entwickeln und stabilisieren — Genauigkeit vor Tempo. Perspektive-Fehler bewusst ausmerzen
- Wochen 3–5: Tempo gezielt erhöhen — Zeitlimit pro Aufgabe schrittweise verkürzen
- Wochen 6–8: WFG in Kombination mit anderen Modulen trainieren, um Leistung auch unter Gesamtbelastung zu halten
Auf DLR-TEST.TRAINING trainierst Du WFG im originalgetreuen Format mit steigendem Schwierigkeitsgrad — das adaptive Stage-System sorgt dafür, dass die Komplexität der Routen mit Deinen Fähigkeiten wächst. Nach jedem Run siehst Du genau, wo Du Abbiegungen falsch gezählt hast.
Direkt zum WFG-Training: app.dlr-test.training → WFG
WFG jetzt trainieren
Originalgetreue Wegfiguren, steigender Schwierigkeitsgrad, klare Auswertung nach jedem Run.
Häufige Fragen zum WFG-Test
Zähle ich Abbiegungen aus meiner Perspektive oder aus der Vogelperspektive?
Immer aus Deiner eigenen Perspektive — also so, als würdest Du die Route selbst abfahren oder ablaufen. Eine Abbiegung ist links, wenn Du als fahrende Person nach links abbiegst — unabhängig davon, wie die Linie auf dem Bildschirm orientiert ist. Das ist der häufigste Verständnisfehler und sollte von Anfang an klar sein.
Darf ich mit dem Finger auf dem Bildschirm mitfahren?
Das hängt von der konkreten Testsituation ab — im Zweifel lieber nicht auf den Bildschirm tippen. Eine mentale Verfolgung mit klarer innerer Vorstellung der Fahrtrichtung ist die zuverlässigere Methode.
Ich verzähle mich ständig bei langen Routen. Was hilft?
Zwei Dinge: Erstens eine klare Zwei-Kanal-Zählmethode (z. B. Finger für links und rechts getrennt). Zweitens mehr Training mit langen Routen — die Fehler beim Zählen nehmen mit Übung deutlich ab, weil die mentale Traversierung automatischer wird.



